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DekoSchaden
Gestaltung zweier Toilettentrakte der Realschule Uetze in Kooperation
mit SchülerInnen der 9./10.Klassen
Ein Ressource:Kunst Projekt von Carmen Mörsch und Thorsten Streichardt
Durchführung: Thorsten Streichardt und Sabine Wunderlich

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Das Örtchen
Toiletten sind bemerkenswert vieldeutige Räume. Einerseits sind es
"Aborte", über die niemand gerne spricht, andererseits
sind es soziale Räume, die gerne für unterschiedliche nicht
vorgesehene Zwecke genutzt werden und in denen verschiedenste Begegnungen
stattfinden. Sie stellen in dem großen öffentlichen Gebäude
die einzigen ”privaten” Schlupfwinkel dar. Hier kann man wenigstens
für ein paar Minuten für sich allein sein. Das gibt auch Gelegenheit
zu unbeobachteten gestalterischen Ausdrucksformen, meistens Vandalismus
genannt. Toilettenpapier - Restriktionen durch den Haustechniker und Toilettenpapier-Wurfgeschosse
der SchülerInnen an den Wänden zeugen von einem umkämpften
Territorium.

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den Raum auf sich wirken lassen...
kalt, keine Klodeckel, hässlich, eng, kein Klopapier ... man
fühlt sich sehr unwohl, kalt und kahl, es stinkt, hässliche
Farben, ekeliger Fußboden, komisches Licht, sehr unhygienisch, scheiß
Toilettenspülung (hakt immer) ... es stinkt, es ist dreckig, kaputte
Fliesen, dreckige Wände, hässliche Kabinen, Löcher in der
Decke, Türrahmen sind zerkratzt
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die Lampen sind kaputt und angekokelt, ich gehe nur sehr selten auf
die Toiletten in der Realschule, aber wenn, sind sie meistens verstopft
oder zugepisst, es sind hässliche Figuren an den Wänden ...
kalt, nicht entspannend, keine Klodeckel, hässliche Motive und Farben,
zu düster im Klo, wirkt wie im Krankenhaus ... unfreundlich, lieblos,
dunkel, eintönig ekelig
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langweilig, lustlos, Drang nach draussen, Gefängnis ... ungemütlich,
durch Fliesen wirkt alles steril, ICH WERDE AGGRESSIV ... Schmierereien,
eklige Lampe, Zigaretten, kaputte Türrahmen, Dreck, oft überflutete
Scheiß-Klos, Raucher, die einen beim ”Geschäft”
stören, störende andere Leute ... Skifahrersitz, nur zum Pissen,
alles voller Dunst (Raucher) ... Geruch, Graffiti

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Das Konzept
Die Neugestaltung der Toiletten geht von den bereits bestehenden,
als destruktiv gedeuteten Techniken der Vandalismusschäden (z.B.
Edding, Rauchspuren, Kratzer, Spray, etc.) aus. Gemeinsam mit den SchülerInnen
werden die Spuren betrachtet, um daraus zu erarbeiten, wie diese Techniken
vielfältig bildnerisch angewandt werden können. Beim Betrachten
der neu gestalteten Räume sollte Verblüffung, Lachen und Verwunderung
darüber entstehen, was mit diesen alltäglichen "Gestaltungstechniken"
alles möglich ist.
Der Ort soll zu einem werden, den man BesucherInnen wegen seiner Originalität
und Dekorativität gerne zeigt, so dass zu den bestehenden Nutzungen
die des Herzeigens hinzukommt.

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Ziel des Projekts
Die Beteiligung der SchülerInnen an der Neugestaltung soll die Identifikation
und Verantwortlichkeit für das alltäglich besuchte Schulgebäude
steigern.
Durch die Einbeziehung der zerstörerischen Techniken in die Gestaltung
werden die Äußerungen der inoffiziellen Gestalter ernst genommen
und produktiv umgesetzt. Künftige Hinzufügungen können dadurch
zwar nicht verhindert werden, das dialogische Prinzip, das im Aufnehmen
von Vorgefundenem liegt, bildet aber einen Rahmen, der diese integrieren
wird. 
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Der Ablauf gliedert sich in mehrere Phasen:
1. Spurensammlung
Mit archäologischem Interesse versuchen wir, die vorhandenen Spuren
(der Beschädigungen) neu zu deuten und aus ihnen kreative Techniken
für die Neugestaltung zu entwickeln. Eine Dokumentation des alten
Zustands wird mit Fotos und Video erstellt. (u.a. website)
2. Fragen zum Örtchen: Anhand konkreter Fragestellungen
zu Nutzungen und Atmosphäre entstehen erste Skizzen. Die Ideen und
Vorstellungen der SchülerInnen stehen dabei im Mittelpunkt.
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3. Die Erarbeitung der Techniken (Edding,
Flammtechnik, als Sgraffito (Kratztechnik), Collage etc.) zur Umsetzung
der Bildideen. |
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Wischeltechnik mit Edding, Flammtechnik + Edding, Sgraffito
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4. Erarbeitung des konkreten Entwurfs
zur Toilettengestaltung. Herstellung von Projektionsvorlagen.
5. Untergrundvorbereitungen: Schleifen und Grundieren der
Holztafeln und Wände
6. Umsetzung der Bilder

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Die Durchführung |
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An drei Wochenenden wurde das Projekt weitgehend realisiert.
Einige Nacharbeiten, teilweise das Lackieren der Tafeln, und der Einbau
in die Toilette konnten selbständig und mit fachlicher Unterstützung
des Tischlermeisters Achim Krüger von den SchülerInnen zu Ende
gebracht werden. 
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Dank an
dieTeilnehmerInnen:
Konstantin Beneke, Sven Ellward, Alexander Haas, Stefan Hennigs, Carina
Jähnke, Moritz Lehmann, Franziska Meier, Daniel Mosert, Philipp Müller,
Sven Osterloh, René Pankop, Dominik Prieß, Daniel Runge,
Vicky Seffer, Konstantin Tsakonitis, Lars Wiebe
die Realschule Uetze und ihrer Leiterin Claudia Ruhs
Ein besonderer Dank an die Lehrerin
Sabine Wunderlich
mit freundlicher Unterstützung von
GfAH, Dortmund
Tischlerei Krüger, Uetze
Gemeinde Uetze
Raiffeisen, Uetze

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